Tagebuch › Vorgeschichte

Die Chronik derer von Valorcrest

Höret, die ihr dies lest, wie ein Haus entstand, das kein Blut verbindet, wohl aber ein Eid.

Aldric, Hauptmann der Garde zu Stromgarde, kehrte aus dem Zweiten Krieg heim. Er fand keine Heimat mehr vor, sondern Asche und Waisen. Unter ihnen war ein Zwergenknabe aus dem Sumpfland, dessen Sippe die Orcs erschlagen hatten. Er war wortkarg und doch fest wie der Fels von Khaz Modan. Aldric nahm ihn auf, ohne zu fragen, wessen Blut in ihm floss.

Jahre später, als Gnomeregan im Gift und Verrat versank, brachten Flüchtlinge ein Gnomenmädchen nach Eisenschmiede. Sie trug nichts bei sich als ein rußgeschwärztes Werkzeug und einen Blick voller Trotz. Aldric gab auch ihr Brot, Dach und seinen Schutz.

Dann kam der Dritte Krieg. Lordaeron fiel, und die Toten erhoben sich. Aus den fernen Wäldern Kalimdors gelangte eine junge Kaldorei verwundet nach Sturmwind, fremd unter Fremden. Aldric pflegte sie, wie er die anderen gepflegt hatte.

Er lehrte sie alle dasselbe Gebot: Wir halten Wache füreinander.

Als die Geißel an die Grenzen des Reiches drängte, standen die Ziehkinder des Hauptmanns Seite an Seite: Mensch, Zwerg, Gnom und Elfe. Sie hielten einen Pass, den andere längst aufgegeben hatten. Hochlord Bolvar Fordragon verlieh ihnen daraufhin im Namen des jungen Königs ein Wappen: einen Schild, geteilt in vier Felder, gekrönt von einem einzigen Helmkamm. Darunter steht der Wahlspruch, den Aldric sie gelehrt hatte.

So erhielt das Haus seinen Namen: Valorcrest. Er wurde nicht geerbt, sondern erstritten.

Aldric ruht heute unter den Hügeln von Arathi. Sein Gebot aber lebt fort in jedem, der den Namen trägt.

Wer Valorcrest heißt, wählt seine Familie nicht durch Geburt, sondern durch Treue.